Was für ein Offensivspektakel in der NFL! Gibt es Gründe dafür?

Marc am 11. Oktober 2018

Wow! Es sind gerade erst einmal fünf Wochen in der aktuellen NFL-Season gespielt und schon wackeln die Rekorde: Touchdowns, offensive Pässe, geworfene Yards - ein Spektakel jagd das nächste und lässt die Chipshelme auf den Tischen beim Jubelgeschrei ordentlich wackeln. Doch die Spiele sind nicht nur durch Zufall so packend geworden.

Beim letzten Monday Night Game hat Drew Brees von den New Orleans Saints DER Quarterback-Legende Peyton Manning einen NFL-Rekord "geklaut" und die meisten per Pass erzielten Yards erworfen. Damit liegt er durchaus im Trend: in den ersten fünf Wochen der neuen Saison haben Quarterbacks mit ihren Würfen 40.431 Yards überwunden, was zu 424 Touchdowns und 3.739 Punkten insgesamt führte - alles Bestwerte. Sind wir gerade nur zufällig Zeuge solcher spektalulären Matches?

Nein, sind wir nicht, denn zwei neue Regelungen in der NFL unterstützen die derzeitige Touchdownflut. Zum einen werden Quarterbacks durch neue Regeln ungemein geschützt. Zu harte Tackles sind jetzt verboten und dies lässt viele Spieler der Defense vor Verunsicherung regelrecht erstarren. Wann ist der Angriff auf den Quarterback ein Clean Hit und wann nicht?

Folgendes Video aus dem Spiel der Indianapolis Colts gegen die New England Patriots zeigt die Misere ganz gut: im ersten Teil ist ein sauberer Angriff zu sehen, im zweiten wird Tom Brady von den Pats regelwidrig von den Beinen geholt. Nachvollziehbar? Schwer.

Die Verteidiger halten sich also zurück, wodurch die Quarterbacks sauberere Pässe werfen können. Doch auch die Passempfänger haben durch eine "optimierte" Regel jetzt einen Vorteil. Jahrelang konnte kaum jemand konkret beschreiben, was ein gefangener Pass ist - zumindest wenn der Empfänger nach dem Fangen zu Boden gegangen ist. Hatte er die Kontrolle über den Ball oder nicht? Die Auslegung trieb Fans und Spieler oft in den Wahnsinn, doch auch hier hat die NFL die Regel justiert. Nun muss der Receiver den Ball "nur noch" kontrollieren, zwei Füße oder einen anderen Teil des Körpers innerhalb des Spielfelds am Boden haben und dabei einen "Football Move" machen. Wer jetzt den Ball also beim Aufprall auf den Boden verliert, kann trotzdem einen erfolgreichen Catch verbuchen.

Wie auch immer: in den ersten fünf Wochen gab es für Fans tolle Spiele zu sehen. Wollen wir hoffen, dass dieser Trend noch lange anhält!